Projekttagebuch

1.100 Meter in der Tiefe

Ein gutes Drittel der ersten Bohrung ist geschafft – in 1.100 Metern Tiefe wurde das geplante Ende der nächsten Bohrsektion, die sogenannte Absetzteufe, erreicht. Während die ersten 200 Meter eher durch Sande und kiesiges Gestein geprägt waren, musste sich der Bohrer anschließend durch immer tonigere Schichten und mächtige Abfolgen von Tonmergel arbeiten. Nach dem planmäßigen Bohrstopp wurde das Bohrgestänge wieder ausgebaut. Nun folgen Messungen im Bohrloch und dann werden erneut Rohre eingebaut und zementiert, sodass alles bestens vorbereitet ist für die kommende Bohrsektion.

Auf dieser „Drehtisch“ oder „Bohrtisch“ genannten Vorrichtung auf dem Bohrturm wird das Bohrgestänge aufeinander geschraubt

Über 200 Meter tief: Hamburger Ton erreicht

Nachdem unter großem Medieninteresse die Bohrung am vergangenen Donnerstag startete, wurde mittlerweile schon eine Tiefe von 216 Metern erreicht. Wie erwartet stieß der Bohrer in ca. 207 Metern Tiefe auf den sogenannten Hamburger Ton. „Alles verläuft wie geplant, wir sind sehr zufrieden“, sagen unsere Bohrungsgeologen. Nach genauer Vermessung des Bohrlochs mit speziellen Sonden wurden die Rohre eingebaut und einzementiert, damit sie fest mit dem Untergrund verbunden sind. Sobald der Zement ausgehärtet ist, wird weiter gebohrt.

Ein Meilenstein: Die erste Bohrung hat begonnen!

Es ist ein Meilenstein für die Hamburg Energie Geothermie GmbH, das Projekt IW³ mit allen Projektpartnern und nicht zuletzt: die Zukunft der Wärmeversorgung in Hamburg. Heute wurde im Beisein von Michael Pollmann, Staatsrat für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, dem Geschäftsführer der Hamburger Energiewerke, Michael Prinz, und Ingo Hannemann von HAMBURG WASSER das Startsignal für die erste Bohrung gegeben.

„Tief in der Erde unter Hamburg schlummert ein energetischer Schatz. Diesen wollen wir nun zu bergen beginnen. Die Tiefengeothermie, für die wir heute in Hamburg den Startschuss geben, bietet beachtliche Potenziale zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung.
Wir zeigen damit einmal mehr, wie Hamburg den Kohleausstieg umsetzt, wie wir die Steinkohle in Wedel durch eine Vielzahl sauberer Quellen ersetzen und damit auch neue Technologien voranbringen.“

Michael Pollmann, Staatsrat für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft

Ziel unseres Projektes ist es, zunächst in Wilhelmsburg zu einer umweltfreundlichen und nachhaltigen Wärmeversorgung beizutragen und darüber hinaus als Blaupause zu dienen, die auch von weiteren Städten und Gemeinden in Norddeutschland für die eigene Wärmewende umgesetzt werden kann. 

Michael Prinz, Geschäftsführer Hamburger energiewerke gmbh

Michael Prinz, Michael Pollmann und Ingo Hannemann (v.l.n.r) geben das Startsignal für den Bohrbeginn

Pressetermin zum Bohrstart

Die letzten Vorbereitungen vor dem Bohrstart

In den vergangenen Tagen wurden die letzten Bohrturmsegmente montiert. Um den straffen Zeitplan halten zu können, wurde im Schichtbetrieb gearbeitet.

Nur original mit Hamburger Wetter: Panoramablick mit Bohrturm

Der Bohrturm wird aufgebaut

Auf dem Bohrplatz an der Alten Schleuse herrscht Hochbetrieb: Bis Anfang nächster Woche werden insgesamt rund 70 Transporter erwartet, die einzelne Teile der Bohranlage liefern. Viele Transporter haben einen langen Weg aus Österreich hinter sich, ihre genauen Ankunftszeiten in Hamburg-Wilhelmsburg lassen sich nur schwer vorhersagen. Für den Ablauf auf dem Bohrplatz bedeutet das eine logistische Herausforderung.
Doch bislang klappt alles reibungslos – und seit heute steht auch der Bohrmast!

Das Aufsetzen des Bohrmasts auf den Unterbau ist Präzisionsarbeit
Bohrplatz mit Bohrmast in voller Pracht

Was zuvor geschah …

Fortschritt in nur zwei Tagen: Vorher – nachher

Antransport des Bohrturms – Viel Verkehr an der Alten Schleuse erwartet

Es ist soweit – der Antransport des Bohrturmes hat begonnen. Nachdem zuvor die Asphaltumfahrung rund um das Betonfundament fertiggestellt wurde, und die letzten, vorbereitenden Erdarbeiten abgeschlossen sind, ist der Bohrplatz bereit für die Ankunft des Bohrturmes. Heute sind die ersten Transporte mit Teilen des ca. 40 Meter hohen Bohrturms an der Alten Schleuse in Wilhelmsburg angekommen.

In den kommenden Wochen werden weitere Teile der Anlage und des Bohrturms geliefert. Darunter sind auch einzelne Schwerlast-Transporte – um diesen die Zufahrt zum Gelände sicher zu ermöglichen, müssen die Straßen Alte Schleuse und Reiherstieg-Hauptdeich zeitweise gesperrt werden. Die Sperrungen gelten nur für die Dauer der Durchfahrt, also etwa 10 Minuten, und werden danach wieder aufgehoben. Das betrifft vor allem den Zeitraum vom 17. bis 25. Januar.

Neben den zeitlich begrenzten Sperrungen ist bis Ende des Monats außerdem in der näheren Umgebung mit einem deutlich erhöhten Verkehrsaufkommen durch Lkw zu rechnen.

Bohrplatz erwartet Bohrturm
Die Asphaltumfahrung wurde fertiggestellt
Alles ist bereit: Hier wird in den kommenden Wochen der Bohrturm errichtet

Letzte Arbeiten in diesem Jahr

Nun ist das Betonfundament fertiggestellt und die beiden Bohrkeller für die 3,5 Kilometer tiefen Geothermiebohrungen eingefasst.

Bevor Anfang 2022 der temporäre 350 Tonnen schwere Bohrturm aufgebaut wird, wird gerade eine Asphaltumfahrung um das Betonfundament gebaut. Über diese werden die Bauteile für den Bohrturm angeliefert und die Erde aus dem Bohrloch abtransportiert.

Bei erfolgreicher erster Probebohrung schließt sich die zweite Bohrung direkt an. Nach aktueller Planung werden die Bohrarbeiten insgesamt etwa bis zur Jahresmitte 2022 dauern.

Ein Blick aus der Vogelperspektive auf die fertiggestellte Bohrplatte mit den beiden Bohrkellern.
Blick auf die Asphaltierungsarbeiten
Blick in die beiden Bohrkeller, über denen Anfang 2022 der temporäre Bohrturm aufgebaut wird.
Vom Geothermie-Standort aus sollen bald die ersten Quartiere in Wilhelmsburg klimafreundlich mit Wärme versorgt werden.

Banner informiert zu Geothermie-Bohrung

Ein Banner in deutscher und türkischer Sprache informiert interessierte Passanten über das Geothermie-Projekt, das am Sperrwerk Veringkanal entsteht.

PRODUKTIONSBOHRUNG: Aus etwa 3.500 Metern Tiefe fördert die geplante Geothermieanlage etwa 130°C heißes Thermalwasser an die Oberfläche. Im oberirdischen Heizhaus wird dem Wasser über Wärmetauscher die Wärme entzogen.
INJEKTIONSBOHRUNG: Das abgekühlte Thermalwasser wird zurück in die Erde geleitet. Hier erwärmt es sich mit Abstand zur Produktionsbohrung allmählich wieder. Vom Heizhaus aus verteilt ein Leitungsnetz die Wärme an die Haushalte.
Es werden zwei voneinander getrennte Wasserkreisläufe etabliert: Einer zwischen Produktions- und Injektionsbohrung und ein zweiter im WÄRMENETZ. Dies besteht aus Leitungen, in denen Wasser die Wärme transportiert und an die Haushalte verteilt.

Das Betonfundament ist fertiggestellt

Nun ist auch das 2.000 Quadratmeter große Betonfundament für den Bohrturm fertiggestellt, das auf 249 Gründungspfählen steht. Auch die Bohrkeller für die beiden Tiefenbohrungen sind eingerichtet. Hier sind bereits jeweils 27 Meter lange Führungsrohre in den Untergrund eingelassen.

Blick über einen Teil des Betonfundaments in Richtung des Äußeren Veringkanals
Hier sind beide Bohrkeller zu sehen. Hinten liegend wird zunächst die Produktionsbohrung hinuntergebracht und im Vordergrund die Injektionsbohrung, über die das Thermalwasser wieder zurück in den Untergrund geleitet wird.
Blick in einen Bohrkeller
Blick auf/in das Führungsrohr für die Bohrung

Ein filmischer Besuch auf der Baustelle

Das Betonfundament, das den Bohrturm tragen wird, ist fast fertiggestellt. Es ist 35 x 65 Meter groß und 30 bis 50 Zentimeter dick. Es hat ein leichtes Gefälle von den Rändern in die Mitte, um Regenwasser besser abzuleiten.

Das Fundament wird von mehreren Hundert Eisenpfählen getragen, die bis zu 19 Meter tief in den Untergrund eingebracht wurden. Es muss nicht das Gewicht des 40 Meter hohen Bohrturms tragen, sondern auch das die Bohrerkonstruktion, die 3,5 Kilometer tiefen bohren wird. Zudem muss das Fundament den Bewegungen während der Bohrungen standhalten. Zudem bildet es Untergrund für das Heizhaus, das hier entstehen wird.

Hier gibt der stellvertretende Bauleiter Moritz Scharnke persönlich einen Einblick auf die Baustelle: https://www.youtube.com/watch?v=8ApCVB5On04

In großen Schritten voran

In den letzten Wochen haben wir mächtig rangeklotzt und allmählich nimmt der zirka 4.000 Quadratmeter große Bohrplatz Gestalt an. Auch die beiden Bohransatzpunkte sind mittlerweile gut zu erkennen. Aktuell wird die Bewehrung auf die Pfähle gesetzt, die zuvor in den Boden eingebracht wurden. Bei dieser mehrere Wochen dauernden Bauphase werden Betonstahlmatten verlegt, die die Betonplatte verstärken, die im nächsten Schritt gegossen wird.

Eine Bewehrung erhöht die Widerstandsfähigkeit gegenüber Zugspannungen und Druckkräften, die bei der Bohrung in die Tiefe entstehen. Für diese Bohrung wird temporär ein 40 Meter hoher Bohrturm installiert, der nach den Bohrungen wieder demontiert wird.

Blick auf den Bauplatz von Südwesten
Beim frontalen Draufblick sind die beiden Bohransatzpunkte gut zu erkennen.
Ein näherer Blick auf die Bohransatzpunkte
Die Betonstahlmatten für die Bewehrung werden verlegt.
Die fertige Bewehrung, auf die im nächsten Bauschritt das Betonfundament gegossen wird.