FAQ

Häufig gestellte Fragen

Privathaushalte verwenden mehr als drei Viertel ihres Gesamtenergieverbrauchs allein für die Wärmeversorgung, die zumeist noch aus fossilen Quellen stammt. Hier steckt also sehr großes Klimaschutz-Potenzial.Wir wollen mit unserem Projekt dazu beitragen, die Wärmeversorgung klimafreundlich zu gestalten.

Unser Ziel ist es, für Wilhelmsburg eine klimafreundliche dezentrale Wärmeversorgung zu etablieren, die ohne fossile Energieträger auskommt. Dazu planen wir, natürliche Energie aus der Tiefe zu nutzen: Erdwärme.

Das geothermisch zu nutzende Reservoir, der sogenannte Rhät-Sandstein, befindet sich in ca. 3.500 m Tiefe und soll über zwei Bohrungen erschlossen werden. Die Injektionsbohrung verläuft vertikal ca. 3.500 Meter in die Tiefe. Auch die Produktionsbohrung geht zunächst vertikal in die Erde, bevor sie in einer Tiefe von etwa 2.000 Metern abgelenkt wird. In der geothermisch genutzten Schicht liegen beide Bohrungen damit etwa 1.200 Meter auseinander. Durch diese Distanz wird verhindert, dass das in den Untergrund zurückgeleitete, abgekühlte Wasser erneut über die Förderbohrung nach oben gepumpt wird (sog. hydraulischer Kurzschluss) oder das Thermalwasserreservoir vorzeitig abkühlt.
Um die Erdwärme nutzen zu können, müssen wir bis in die Rhätsandsteinschicht vordringen, in der etwa 130 °C heißes Grundwasser (Thermalwasser) enthalten ist. Dieses geothermische Zielreservoir liegt in ca. 3.500 Metern Tiefe.
Um Erdwärme nutzen zu können, wird es zwei Bohrungen geben: Eine Produktions- oder Förderbohrung, über die das heiße Thermalwasser nach oben gepumpt wird und eine Injektionsbohrung, die das abgekühlte Wasser wieder zurück in die geothermisch genutzte Schicht tief unter der Erde leitet.

Wir planen in 2021 mit der ersten von zwei Bohrungen zu starten. Insgesamt sind für beide Bohrungen mehrere Monate vorgesehen. Für die Bohrung wird temporär ein Bohrturm aufgebaut, der nach Abschluss der Bohrungen wieder demontiert wird.

Geothermie ist nicht an jeder Stelle problemlos nutzbar. Im Rahmen der Planungen für unser Geothermie-Projekt haben wir den Untergrund in Wilhelmsburg deshalb von externen Experten detailliert untersuchen lassen. Bei seismischen Erkundungen haben wir Informationen über den tieferen geologischen Untergrund unter Wilhelmsburg gesammelt. Hierbei wurden Erdschichten erkannt, die sehr gut für die Nutzung von Erdwärme geeignet sind.

Für menschliche Dimensionen handelt es sich bei der Erdwärme um eine nahezu unerschöpfliche Energiequelle, die nicht aufgebraucht werden kann. Dennoch kann sich das Potenzial einer geothermischen Anlage bei durchgehender Nutzung im Rahmen der Betriebszeit von etwa 40 Jahren verringern. Durch den großen Abstand der beiden Bohrungen im Untergrund wird ein vorzeitiges Auskühlen des geothermischen Reservoirs verhindert.

Bei der Erdwärme handelt es sich um eine CO₂-freie Energiequelle. Lediglich bei der Erschließung als auch für den Betrieb der Förderpumpe und des Wärmenetzes fallen Emissionen an. Diese sind gegenüber konventioneller Wärmeerzeugung mit Gas oder Kohle zu vernachlässigen. 

 

Bestehende Unsicherheiten wurden in den letzten zehn Jahren intensiv und umfangreich untersucht. Auf Basis von Machbarkeitsstudien langjährig branchenerfahrener Gutachter und unter Verwendung sämtlicher verfügbarer Daten wurden auch in Abstimmung mit renommierten Forschungsinstituten umfassende Bewertungen durchgeführt. Diese wurden entsprechend in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden, wie beispielsweise dem LBEG und dem Geologischen Landesamt für eine fachlich abgesicherte Planung und Umsetzung des Projektes integriert.

Mehr zum Thema Geothermie erfahren Sie hier:
Bundesverband Geothermie e.V. (BVG): www.geothermie.de

 

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